Beim Festival „Platt ’n Roll – Platt ’n Speel – Platt ’n Talk“ im Metropol erwartet das Publikum ein musikalischer Moment, der zeigt, wie lebendig und überraschend Plattdeutsch heute sein kann. Die Pottbäckers Bäänd gehört zu den wenigen Gruppen, die das Regionale nicht als Grenze verstehen, sondern als kraftvollen Ausgangspunkt für eine musikalische Reise, die weit über den Tellerrand hinausführt.
Ihre Musik klingt, als hätten die weiten Felder Nordwestdeutschlands einen Sehnsuchtsruf gen Süden und Westen geschickt und als Antwort den Sound von Texas, Mexiko und Louisiana erhalten. Die Band webt Plattdeutsch hinein in warme Tex-Mex-Grooves, lässt Blues und Boogie aus den Sümpfen des amerikanischen Südens aufblühen – und in allem schwebt der warme, direkte Klang plattdeutscher Geschichten. Es ist eine Mischung, die man erst einmal nicht erwartet, die aber schon nach wenigen Takten völlig selbstverständlich wirkt. Denn genau das macht die Band aus: Sie spielt, als sei Plattdeutsch schon immer eine Weltsprache gewesen.
Die Pottbäckers Bäänd erzählt ihre Geschichten mit Humor, mit Wärme und mit einer erstaunlichen Leichtigkeit. Da begegnen einem das Landleben, kleine Eigenheiten des Alltags, verschmitzte Figuren und Momente voller Herz – alles getragen von einer Musikalität, die jeder Sprache, jedem Hintergrund und jedem Alter offen begegnet. Man muss Platt nicht verstehen, um es zu fühlen.
Vor allem aber ist diese Band live ein Erlebnis. Wenn der erste Ton erklingt, wird das Metropol nicht nur ein Veranstaltungsort, sondern ein lebender Organismus: Das Akkordeon setzt an, der Rhythmus rollt wie ein warmer Sommerabend, und plötzlich zieht ein fröhliches, tanzbares Strahlen durch den Raum. Die Musik nimmt Anlauf, packt das Publikum und trägt es mit einer Selbstverständlichkeit, als wäre dieser Abend schon immer genau so bestimmt gewesen.
In einer Zeit, in der kulturelle Wurzeln oft hinter Glas gelegt werden, zeigt die Pottbäckers, dass Tradition nicht museal sein muss. Sie beweist, dass Plattdeutsch tanzen, lachen, atmen und glühen kann. Und genau darum wird dieser Abend im Metropol mehr sein als ein Konzert: Er wird ein Fest – für alle, die neugierig sind, offen, musikverliebt oder einfach bereit, sich überraschen zu lassen.
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